Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sigmar Gabriel fordert Vorratsdatenspeicherung
Soeben wurden folgende News erstellt:
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich in die laufende Debatte zur Vorratsdatenspeicherung eingemischt und entschieden eine Wiedereinführung der umstrittenen Überwachungsmaßnahme gefordert. „Ich bin der Überzeugung, wir brauchen das [die Vorratsdatenspeicherung], ich weiß aber, dass das hochumstritten ist“, sagte der Bundeswirtschaftsminister im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks. „Wir erleben doch gerade, dass die Welt ziemlich gefährlich geworden […]
Original Beitrag auf Tarnkappe lesen.. (https://tarnkappe.info/sigmar-gabriel-fordert-vorratsdatenspeicherung/)
Datum: 15.03.2015 20:20
F1r3st0rm
15.03.2015, 21:14
Was hab ich gesagt? Da ist schon die nächste Nase die die Vorratsdatenspeicherung fordert. Wenn ich jedes mal wenn jemand die Vorratsdatenspeicherung fordert nen Euro bekommen würde, bräuchte ich wahrscheinlich inzwischen nicht mehr arbeiten zu gehen.
Jana-Maria
15.03.2015, 21:17
Und jede Woche brüllt der nächste Affe danach.
Ich kanns nicht mehr hören, ständig der nächste der danach ruft. :(
TorrentFr33k
16.03.2015, 02:49
Die wissen warscheinlich nicht, was die da wirklich vorhaben bzw. machen.
Unlimiter
16.03.2015, 04:45
Das Problem ist tatsächlich, dass sie nicht wissen was sie da tun. Selbst die die für den Schutz der Daten gewählt werden ignorieren ihre Aufgabe gekonnt. Ein Beispiel dafür:
Andrea Voßhoff: Datenschutzbeauftragte jetzt gegen Vorratsdatenspeicherung - Golem.de (http://www.golem.de/news/andrea-vosshoff-datenschutzbeauftragte-jetzt-gegen-vorratsdatenspeicherung-1502-112075.html)
Andrea Vosshoff ist also gegen die Vorratsdatenspeicherung, nachdem sie zuvor dafür stimmte. Sie änderte ihre Meinung lediglich wegen eines Urteils vom EuGH, dass strenge Auflagen eingeführt hatte damit nicht einfach nach Lust und Laune vorgegangen wird. Wirklich Respekt vor solch einem Meinungsumschwung hätte ich gehabt, wenn man die technischen Voraussetzungen betrachtet hätte die eindeutig schwere Schwachstellen beinhalteten. Das gesamte Rudel mit wenigen Ausnahmen denkt bei der Vorratsdatenspeicherung einfach an den "Schutz der Menschen vor Anschlägen etc. durch Überwachung" und vernachlässigt den Schutz der eigenen Identität und Privatsphäre für den sie in diesem Fall genauso verantwortlich sind. Was alles mit den Daten gemacht werden kann hat man im 2.Weltkrieg und später beim MfS (Ministerium für Staatssicherheit) gesehen.
Was mich dann auch zu folgender News bringt : IT-Sicherheit: Regierung fördert Forschung mit 180 Millionen Euro - Golem.de (http://www.golem.de/news/it-sicherheit-regierung-foerdert-forschung-mit-180-millionen-euro-1503-112896.html)
Gut, die Regierung fördert die IT-Sicherheit mit Rund 180 Millionen Euro. Die Zahl klingt zwar auf dem ersten Blick gut, doch wenn man genauer darüber nachdenkt gibt es dutzende wichtige IT-Projekte und noch mehr Sektionen die sich mit diesem Thema befassen. Außerdem ist es immer so eine Sache beim Thema "Spenden an gemeinnützige Organisationen", um deren Projekte zu fördern. Das ist aber nicht der wichtige Punkt auf den ich anspielen wollte, viel mehr geht es mir um folgende Aussage im Artikel:
Bundesforschungsministerin Wanka hat von Heartbleed noch nie etwas gehört. Dennoch macht sie sich für eine bessere Forschung zur IT-Sicherheit stark.
So etwas sind öffentliche Beweise, dass alle nur reden wollen, aber keiner sich wirklich selbst mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Wenn ich etwas fördern will, dann muss ich wissen warum und wieso. Ich fördere Dinge nicht deswegen weil es "gut klingt" oder "mir einer dazu geraten hat". Ich kann mir an dieser Stelle gut vorstellen, dass die Dienste von TAB und ITAS wieder zum Einsatz kommen, deren Publikationen dann (wieder) gekonnt ignoriert werden, weil sie zu techniklastig sind.
TheSyntaX
16.03.2015, 05:02
Und jede Woche brüllt der nächste Affe danach.
Und dieses Mal ist es mal wieder der Affe, der auch immer nach TTIP brüllt. Nichts was sonderlich Ernst zu nehmen ist. Der Gabriel wird ja nicht mal mehr in unserer Partei ernst genommen...
Das Problem dürfte sein, dass der Herr zu wenig Hirn hat, nur auf das hört was die Lobbyisten von ihm wollen. Wer kennt nicht Meldungen wie "Wie kein anderes EU-Mitglied versucht Deutschland, die Großreform des europäischen Datenschutzes wirtschaftsfreundlicher zu gestalten. Das belegen vertrauliche Dokumente (http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2015-03/eu-datenschutzgrundverordnung-ministerrat-bundesregierung-lobbyplag) und rechnet man dazu noch die neusten Erkenntnisse über SAP (http://US Geheimdienste sind gute Kunden von SAP) dazu wird ersichtlich, wer so alles auf Leute wie ihn einredet. Hat man dann keinen Anstand und denkt auch nicht selbst, kommen eben solche Forderungen heraus. Ein weitere nicht beweisbare Begründung für so ein Verhalten könnten natürlich "in Aussicht gestellte Zuwendungen" seitens der entsprechenden Industrie sein.
This is not my country anymore. Can I have a new one?
Unlimiter
16.03.2015, 06:30
Ein weitere nicht beweisbare Begründung für so ein Verhalten könnten natürlich "in Aussicht gestellte Zuwendungen" seitens der entsprechenden Industrie sein.
Bestechung? Interessanter Ansatz. Trotzdem ist es oftmals gar nicht nötig, denn die Meinung der Lobbyisten und der einzelnen Unternehmen wird meist sogar auf direktem Wege angefordert. Teilweise lagert der Staat ganze Bereiche seiner Arbeit in neu gegründete Organisationen und Unternehmen um "Resultate" zu erhalten, zu denen sie nur noch ja und nein sagen müssen. Es ist dieses: Ich beauftrage -> du beauftragst -> er beauftragt -> ...
Und sollte er wirklich "Schenkungen" von ihnen erhalten, dann muss man ihm eine gewisse Cleverness zusagen, denn erwischt hat man ihn noch nicht. Was natürlich die Intelligenz der Industrie in Frage stellt, denn wer finanziert schon jemanden dessen Aussagen direkt ad acta gelegt werden (nachdem dutzende Artikel dazu entstanden sind, die sich über die jeweilige Person "lustg" machen).
[...]
So etwas sind öffentliche Beweise, dass alle nur reden wollen, aber keiner sich wirklich selbst mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Wenn ich etwas fördern will, dann muss ich wissen warum und wieso. Ich fördere Dinge nicht deswegen weil es "gut klingt" oder "mir einer dazu geraten hat". [...]
Das Problem ist ja genau das, welches Du ansprichst. Die Vertreter der Bundesregierung besitzen selbst keine oder nur wenig Sachkompetenz in Fragen des Datenschutzes.
Fraglich bleibt auch, ob die Politiker sich das "nötige Maß" überhaupt aneignen wollen. Und da glaube ich nur bedingt dran.
Es ist doch wesentlich wahrscheinlicher, dass sie sich mehr mit ihrem Job (Gesetze formulieren und durchsetzen) auseinandersetzen, als zu versuchen sämtliche nötigen Details zu verstehen, um umfassend informiert zu sein.
Fraglich ist auch, wer aus der aktuellen Führungsspitze die Voraussetzungen dafür hätte dies zu tun oder zu verstehen, worum es tatsächlich geht und was mit einer DVS einhergeht. Und genau da kommen Gutachten ins Spiel, die ebenfalls eine Meinung vertreten und dann an die entsprechenden Stellen weitergeben.Ist das Gutachten jedoch zu kompliziert und wird ggf. verworfen.
Was ist dann irgendwann die Folge daraus? Irgendwann gibt es ein (verständliches) Gutachten, worauf sich dann die Politik stützt. Da fehlende Sachkompetenz, seitens der Politik vorliegt, wird dann auch einfach ein Gesetz auf Basis des Gutachtens geschaffen, ohne es wirklich hinterfragt zu haben oder hinterfragen zu können. ;)
Unlimiter
16.03.2015, 09:05
Aber die Dezentralisierung kommt durch unseren Fortschritt. Wir hatten ja nicht vor allzu langer Zeit noch ein zentrales System (einige Jahrzehnte her), wo man noch versuchte alles größtenteils zu verstehen. Die Masse an neuen Erkenntnissen und das schleppende Aneignen, teilweise das fehlende Verständnis brachte die Auslagerung dieser Sachen ein. Ich bin sogar der Meinung, dass die Leute zu Beginn sogar sich noch mehr mit dem Gesamten auseinander gesetzt haben als jetzt. Der Mensch ist ja ein Gewöhnungstier und nun sind sie es schon mal gewöhnt sich nicht unbedingt mit technischen Themen näher zu befassen.
Ich denke aber nicht, dass wir wieder zurückrudern werden, viel eher muss eine neue Form gefunden werden ansonsten wird es einmal richtig krachen, oder man wird das Spielchen mitspielen und muss neue Arten und Wege finden das System zu umgehen und Regeln auszunutzen (nicht unbedingt brechen). Vor allem braucht man Denker die sich mit der Materie auseinandersetzen wollen und nicht immer nur einen Blickwinkel haben und sich dort die Vorteile rauspicken.
Heißt wohl eher wir haben die falschen Leute? :D
[...]
Heißt wohl eher wir haben die falschen Leute? :D
Bingo! Wir haben einen Gewinner. :D
Cannonau
17.03.2015, 01:53
Die haben anscheinend alle immer noch nicht begriffen, daß die allergrößten Gefahren für unsere Gesellschaft heutzutage nicht vom klassischen Verbrechen ausgehen, sondern von multinationalen Unternehmen, die sich außerhalb unseres Rechtsraumes bewegen oder sogar de lege geschützt - dank unserer unzureichend informierten Jurisdiktive. Unternehmen, die z.B. Vorratsdatenspeicherung und daraus abgeleitete Produkte vor Jahren zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben ... Finanzmärkte und assoziierte Unternehmen wie die Rating-Agenturen sind noch ein anderer, sehr wichtiger Bereich.
Ich würde es vorziehen, wenn man sich nicht vorrangig um die Eierdiebe, sondern die großen Jungs in Nadelstreifen kümmerte. Die wirken mindestens so zersetzend wie gewisse synthetische Substanzen und sind jetzt schon "außer Kontrolle".
Trug nicht auch der Gerhard Schröder Nadelstreifen? Hat der nicht ... SPD ... nach seiner Amtszeit ... russisches Großunternehmen?
Volker Pispers paßt hier ganz gut, darf ich? ---> YT-Link (https://www.youtube.com/watch?v=otys_n93P1E)
Cannonau (hält die SPD mittlerweile für unwählbar - traurig)
Sagen wir es frei nach dem Känguru (und Marc Uwe) aus den Känguru Chroniken:
"Wir müssten nur reich genug sein, dann könnten wir uns unsere eigenen Gesetze kaufen."
"Naja, also wenn wir so reich wären, dann wären wahrscheinlich mit den bestehenden ganz zufrieden."
Es ist immer die Frage, wer die Verbrecher sind. Verbrechen definieren sich ja nicht nur rein im Strafrecht, sondern auch u.A. im BGB gibt es entsprechende Verbote (die dann nur ihre strafrechtliche Würdigung im StGB finden; vgl. §138 BGB).
Leider sind gibt es aber kaum Normen (mit Ausnahme vielleicht das Kartellrecht), die das Verhalten von Großunternehmen stark reglementieren. Sinnvoll ist das, sofern man den Grundsatz der Privatautonomie weiter erhalten möchte. Dass der Gesetzgeber auch nicht alles reglentieren kann ist ebenfalls klar.
Nur ist eben fraglich, wer die Politik steuert und damit beeinflusst welche Gesetze erlassen werden. Natürlich ist jeder Politiker, in gewisser Weise, abhängig. Aber das ist jeder von uns (wenn auch nur eine Abhängigkeit von den eigenen Interessen besteht). Und, dass dann keine Verfolgung der "Nadelstreifen" erfoglt ist leider offensichtliche Konsequenz.
Unlimiter
17.03.2015, 10:04
Nur ist eben fraglich, wer die Politik steuert und damit beeinflusst welche Gesetze erlassen werden.
Es ist ja folgendermaßen: Gesetze müssen "schnell" erlassen werden, man kann sich nicht mehrere Jahre Zeit lassen, um Vor- und Nachteile auszuarbeiten oder sich durch die gesamte Thematik durcharbeiten. Aus diesem Grund werden Großunternehmen, das TAB und weitere Organisationen herangezogen, die sich mit diesen Thematiken beschäftigen sollen und ihre Ergebnisse dann darstellen. Mithilfe dieser Ergebnisse wird entschieden.
Jetzt ist aber wieder folgender Fall da: TAB braucht einige Zeit um diverse Studien durchzuführen oder auszuarbeiten und erst dann kann eine technische Folgeabschätzung dazu getroffen werden. Unternehmen die seit Jahren in diesem Bereich tätig sind haben sich aber zu dieser Zeit schon genau mit dieser Thematik auseinander gesetzt und haben einen wesentlich geringeren Zeitaufwand um ihren Bericht zu verfassen, dasselbe gilt auch für Organisationen die eben diverse Unternehmen dafür anstellen bzw. die sich selbst damit beschäftigen. Der Zeitpunkt ist also ein entscheidender Faktor und auch der Fortschritt den man in diesem Bereich bis dato erreicht hat.
Dann kommt natürlich hinzu: Welches Interesse vertritt die Politik selbst. Jeder von uns hat eigene Präferenzen und natürlich tendieren wir zu Meinungen die am ehesten unserem Gedankengang entsprechen. Jemanden zu einem anderen Standpunkt zu führen erfordert, je nach menschlichen Verhalten (Stolz, etc.) und Intelligenz, mehr oder weniger Anstrengung. Meist ist es aber so, dass je mehr eine Person in Richtung Technik geht (von Erfahrungen, Sprachgebrauch, usw.) desto schwieriger ist die Kommunikation mit jemanden aus der Wirtschaft oder Politik ( andere Erfahrungen, Sprachgebrauch, usw.). Das ist ein Fakt und viele Artikel behandeln diese Missere. Aus diesem Grund fällt es natürlich dem Lobbyisten wesentlich leichter einen Politiker von seiner Strategie zu überzeugen, als dem technischen Ass der sich wirklich umfangreiche Gedanken dazu gemacht hat.
Übrigens zum Thema Sprachgebrauch: Dabei beziehe ich mich darauf, dass dasselbe Wort je nach Bereich eine andere Bedeutung haben kann.
Ja, die liebe Zeit...
Sicherlich müssen Gesetze möglichst schnell erlassen werden, jedoch benötigen bestimmte Dinge Zeit, wesewegen auch immer wieder Gesetze (kurz vor der Umsetzung) gekippt werden oder gar verhindert. Sicherlich ist es notwendig schnell auf aktuelle Geschehnisse zu reagieren, aber es ist nicht immer sinnvoll dies unüberlegt zu tun und jedes Vierteljahr wieder Gesetzesänderungen verabschieden zu müssen. Das ist für jeden genauso offensichtlich.
Von daher bin ich auch eindeutig dafür, dass die Gesetze eine gewisse Sperrfrist bekommen, bevor über deren endgültige Umsetzung entschieden wird; sofern es sich nicht um einen wichtigen Beschluss, wie z.B. ein Gesetz zur Beseitigung einer akuten Bedrohung des Staatsfriedens, geht.
Das es jedem Lobbyisten einfacher fällt Politiker zu Entscheidungen zu bringen, mag man annehmen, jedoch frage ich mich da: Was beudetet Lobbyismus eigentlich?
Der Begriff bedeutet eigentlich eine Form der Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft. Und jeder hat seine Interessen und wäre somit Lobbyist seiner selbst.
Sicherlich verstehe ich vollkommen, worauf Du hinaus möchtest und stimme dir da zu! Gerade den wirklich "technisch fitten" Menschen wird in solchen Sachen eindeutig zu wenig Gehör geschenkt. Und daher auch mein Gedankengang mit der Sperrfrist, die generell mehr Zeit und Nachdenken für und über die geplante Regelung ermöglicht.
Unlimiter
17.03.2015, 11:36
Schönes Zauberwort gesagt: "Vertreter".
Die Lobbyisten von Konzerne sind Interessenvertreter, während TAB und staatlich gegründete Organisationen, aber zur Beratung dienen. Während die Contentindustrie mit ihren Lobbyisten also ihre Interessen vertreten wollen, zielen die anderen darauf ab möglichst viele Blickwinkel zu betrachten um dann eine tatsächliche Beratung bereitzustellen.
Das mit der Sperrfrist ist definitiv eine interessante Idee, doch leider ist es so, dass bestimmte Gesetze nicht mehr erlassen werden können, wenn die Industrie schon längst auf dieser Basis arbeitet. Hier sagen die Konzerne "kommt es mir billiger ein länger auf dem Markt befindliches Produkt abzusetzen/zu re-engineern oder nehme ich mögliche Strafzahlungen in kauf, sollte es dazu kommen".
Unternehmen nehmen auch gerne den Spruch her: "Wir schaffen Produkte die Kunden wollen". Sprich es besteht bereits ein Interesse der Gesellschaft dafür, dementsprechend lenkt hier die Politik direkt ein und gewährt viele Dinge, die eventuell gar nicht zuvor in seinem Sinne waren (überspitzt ausgedrückt). Die von dir genannte Frist könnte daher zu bestimmten Entwicklungsstillständen führen oder laufende Produkte würden uns dann ans Endkonsumenten enthalten bleiben in dieser Zeit. Und wir kennen uns doch alle zu gut, je schneller desto besser und wehe es gibt eine Verspätung.
Sicherlich bestünde am Anfang die Gefahr, dass es zu Stillständen kommen könnte. Jedoch stellt sich mir dann die Frage, ob nicht irgendwann der Punkt kommt, an dem man vorrausschaunder plant (oder planen muss) und damit eben das Ziel erreichen kann, sich mehr Zeit für Überlegungen zu nehmen. Sicherlich gibt es keinen Garant dafür, dass das funktioniert, oder, dass die (zukünftigen) Politiker dann ihr Verhalten verändern, aber es wäre ein möglicher Ansatz, in meinen Augen zumindest.
Dass Unternehmen die Produkte schaffen, die Kunden wollen, ist ja im Endeffekt auch nur ein natürlicher Reflex. Ein Reflex der darin fußt, dass jeder sein Überleben sicher will und muss. Dass dann natürlich Gesetze kontraproduktiv sein können, ist absehbar. Daher ist hier offensichtlich, dass die Firmen dem vorbeugen und die Gesetzgebung beeinflussen wollen. Es ist in der hiesigen Welt ja auch nötig. Aber wenn eben die generelle Entwicklung, oder nennen wir es den Fortschritt, wieder auf ein langsameres Niveau zurück gebracht werden würde, würde viel mehr Zeit auch für die Menschen entstehen, die Teil dieser Entwicklung sind. Und die Folgen daraus sind für mich mehr als positiv, alleine wenn man betrachtet, wie viele Burn-Out Fälle im Arbeitsleben aussetzen müssen, da sie dem Druck nicht mehr gewachsen sind.
Fortschritt und Wandel sind mMn generell etwas Gutes. Jedoch sollte hier nicht der Fortschritt aufgrund der Vernichtung von Ressourcen (in diesem Fall des Humankapitals) basieren.
Wir haben zwar eine Überbevölkerung auf der Erde, aber das muss man nicht durch die Technisierung wieder ausgleichen.
Trisumat
19.03.2015, 00:30
Solange da im Politzirkus Leute sitzen die nur Parolen und dummes Geschwätz von sich geben, aber mir nicht mal Datensicherheit im Internet erklären können halte ich keine derer Ideen für sinnvoll.
Da treffen Menschen die wirklich keinen blassen Schimmer haben grundlegende Entscheidungen der nächsten Jahrzehnte.
Ich habe da kein gutes Gefühl bei.
Und die wundern sich das Polizeiautos angezündet werden...
https://www.youtube.com/watch?v=Z16q6oWmqpA
Unlimiter
19.03.2015, 05:39
Sicherlich bestünde am Anfang die Gefahr, dass es zu Stillständen kommen könnte. Jedoch stellt sich mir dann die Frage, ob nicht irgendwann der Punkt kommt, an dem man vorrausschaunder plant (oder planen muss) und damit eben das Ziel erreichen kann, sich mehr Zeit für Überlegungen zu nehmen.
Ehrlich gesagt muss man an der Stelle zugeben, dass Unternehmen sich viel mehr mit den möglichen Folgen auseinandersetzen, als der Staat selbst. Zu aller erst ist es ja mal so, dass diese Leute aus dem Bereich kommen und zum anderen muss auch betrachtet werden wie die Gesetze dafür sind. An der Stelle ist meist dann alles ziemlich berechnend. Natürlich gibt es immer noch Fälle die nicht bedacht wurden, weil Jahre später etwas entwickelt wird, das Auswirkungen darauf haben könnte. Genau das ist unter anderem der Grund warum die Struktur so flexibel sein muss. Vergessen wir übrigens an dem Punkt nicht, dass diverse Studien erstellt werden müssen die auf empirischen Daten beruhen kann es bis zu mehreren Jahren dauern, um vollkommen im Bild darüber zu sein (sofern keine technischen Neuerungen in dem Bereich dazu kommen).
Angenommen nächstes Jahr kommt eine Festplatte die 1 Petabyte an Daten speichert und im Kostenpunkt bei 100 Euro liegt. Nehmen wir auch an, dass sämtliche Betreiber sagen, dass sie keine Logs speichern können weil die derzeitige Kapazität 8TB pro Platte beträgt. Wenn heute ein Gesetz erlassen wird, dass besagt, dass keine Daten gespeichert werden müssen, weil ein ausschlaggebender Grund der fehlende Speicherplatz ist, dann kann spätestens ein Jahr darauf dieses Gesetz wieder angefochten werden. Alte Daten liegen ja zum Thema immer noch vor, eventuell sind neue dazu gekommen, aber das einstige Problem wäre beseitigt. Möglicherweise vertreten uns dann Leute die sich zuvor mit diesem Thema nicht auseinander gesetzt haben, weil sie "neu" dazu gekommen sind. Außerdem würde die Contentindustrie sofort da stehen und ihre "Rechte" durchsetzen wollen.
Wenn man jetzt davon ausgeht, dass sie sich dafür ausreichend Zeit für eine neue Bewertung nehmen (auch unter der Voraussetzung, der neuen technischen Daten), dann wäre es in einem Fall sicher vertretbar. Das Problem ist aber, dass dutzende Themen offen liegen und alle besprochen gehören, definitiv aber nicht jeder mit jedem Thema vertraut sein kann und die Informationen abhängig vom Entwicklungsstand (nicht) ausreichend für eine sachliche Bewertung sind. Nimmt man sich für diese auch die nötige Zeit, so würde man "nie fertig werden". Verweist man dabei wieder auf die Unternehmen, dann darf man nicht vergessen, dass sie in den meisten Fällen natürlich das Beste für sich wollen, bestimmte Optionen bewusst wegfallen lassen usw. Stelle man sich vor die Telekom dürfte aktiv mitreden, dann gäbe es nur noch VoiP-Telefonie und für alle Dienste (ausgenommen eigene) fällt ein schöner Aufpreis für die Anbieter an. Nicht zu vergessen, was die Endkunden mehr zu zahlen hätten, weil es ja "nicht anders geht". An der Stelle möchte ich anführen, dass die Telekom vom Prinzip her nicht dieses umfangreiche Netzwerk hätte, wenn es der Staat nicht finanziert hätte. Natürlich musste die Telekom das Geld erstatten, aber es geht mehr, um die eigentliche Sachlage.
Was man tatsächlich machen könnte wäre die Beratung von TAB (PTA) und Co. noch mehr einfließen zu lassen, ihre Meinungen zu respektieren und ihr Wissen zu nutzen. In UK werden sie wenigstens wirklich miteinbezogen während man bei uns (DE,Ö) wenig davon merkt. In der Schweiz funktioniert es übrigens auch wunderbar.
Vorratsdatenspeicherung .....Ein Thema für sich.. Ich meine es wird doch sowieso schon alles geloggt auf Servern oder beim Internet Provider.
Wozu dann noch eine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung?
Vorratsdatenspeicherung .....Ein Thema für sich.. Ich meine es wird doch sowieso schon alles geloggt auf Servern oder beim Internet Provider.
Wozu dann noch eine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung?
Damit es nicht jedesmal erst eines gerichtlichen Beschlusses bedarf, um an die Log Files der (privaten) Server gelangen zu könne. Soll wohl die Ermittlungsgeschwindigkeit und die Aufklärungsquote erhöhen.
[...]
Was man tatsächlich machen könnte wäre die Beratung von TAB (PTA) und Co. noch mehr einfließen zu lassen, ihre Meinungen zu respektieren und ihr Wissen zu nutzen. In UK werden sie wenigstens wirklich miteinbezogen während man bei uns (DE,Ö) wenig davon merkt. In der Schweiz funktioniert es übrigens auch wunderbar.
Genau auf diesen Punkt wollte ich mehr oder weniger ähnlich hinaus. Mein Gedankengang war eben der, dass durch die neu gewonnene Zeit, eben mehr Beachtung auf die Gutachten und Analysen der Sachverständigen gelegt werden kann, sodass diese stärker ins Gewicht fallen und die Erkenntnisse sinvoll eingesetzt werden können.
Dass Gesetze immer wieder angepasst werden müssen, das ist klar und vollkommen gut so.
Es wäre ja schlimm, wenn seit dem Mittelalter keine Entwicklung der Gesetzgebung stattgefunden hätte und man immernoch mit dem Scheiterhaufen rechnen müsste, nur weil man Kräutertee trinkt.
Cannonau
19.03.2015, 14:08
Vorratsdatenspeicherung .....Ich meine es wird doch sowieso schon alles geloggt auf Servern oder beim Internet Provider.
Wozu dann noch eine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung?
Die Frage ist doch immer, wie lange, vor allem dort, wo Verkehrs- oder einfacher die Verbindungsdaten mit Deinen echten Personendaten verknüpft werden können. Es geht ja nicht nur darum, Dir direkt ein Verbrechen nachzuweisen, im Prinzip gibt es Provider, die nach einigen Tagen schon Deine Personendaten nicht mehr mit Deiner IP verknüpfen können (sie MÜSSEN sie sogar löschen, wenn sie nicht mehr zur technischen Abwicklung der Verbindung gebraucht werden), es geht ja auch um statistische Methoden und Korrelation bei der Strafverfolgung.
Das kann man analog zur Rasterfahndung in den 70ern betrachten, als die RAF noch der Angstgegner des deutschen Bürgertums war. Stell' Dir vor, sie können sehen, daß Du in den letzten 6 Monaten 4 Male im Kino warst und 3 Male war auch jemand, der als unsagbar böse eingestuft war, im selben Film. Die EC-Karten-Transaktion kam in zwei Fällen von derselben Kasse und zeitlich ziemlich nah beieinander ... richtig, da könnte man auf den Gedanken kommen, daß Du MIT diesen Personen dort warst ... den Rest kannst Du Dir denken.
Je mehr Daten anfallen, desto mehr Korrelationen kann man "sehen" und je nach Interpretation landest Du plötzlich auf Blacklists, z.B. für Flüge in die USA, das ist heute schon Realität oder man hämmert morgens um 7 an Deine Tür und krempelt Deine Wohnung um, obwohl Du mit Deinem Liebchen noch kuscheln wolltest.
Wir werden u.U. bei Vorratsdatenspeicherung auch mehr Verurteilungen Unschuldiger sehen, die z.B. als Vicsock mißbraucht wurden. Nach einem halben Jahr ist es sehr schwierig bis unmöglich, noch Indizien für eine Infektion des Rechners zu finden ... soll heißen: das Internet an sich wird für technisch weniger kundige, gesetzestreue Bürger u.U. zu einer existenzbedrohenden Angelegenheit.
Was sie in Serverlogs sehen können, ist beinahe uninteressant, solange sie alles, was sie an Daten abgreifen können, nicht mit Deiner Person verbinden können.
Cannonau
[...]
Was sie in Serverlogs sehen können, ist beinahe uninteressant, solange sie alles, was sie an Daten abgreifen können, nicht mit Deiner Person verbinden können.
Cannonau
Wie Du sagst: beinahe.
Denn wir wissen doch alle hier, dass man auch unverschleierte IPs problemlos zuordnen kann. Was käme aber dann bloß dabei herum, wenn man dadurch sämtliche Leute aus Szenebox, Gulli, NGB, ... zusammen in eine solche Rasterfahnundung geben würde; nur weil man die Leute zusammenhängend in einem Internetforum finden kann?
Wie viele rutschen dann in den Fokus der Justiz als mögliche Seeder, obwohl sie womöglich nur wegen der fachkundigen Gespräche angemeldet sind?
Und genau das ist doch alleine schon wieder ein Problempunkt der Datenvorratsspeicherung. Wie sollen diese Datenmengen überhaupt (sicher) verarbeitet werden?
Was bringt es somit eine grundsätzliche Überwachung der Bevölkerung einzuführen, wenn man sie nicht sinnvoll nutzen kann? (Siehe die Anschläge auf Charlie Hebdo; wurden sie durch eine DVS verhindert? Nur um ein Beispiel zu nennen).
Ich glaube, dass durch soetwas die Vision Orwells nur noch näher kommt. Aber durch die scheinbar allgegnwärtige Terrorgefahr wird es bald nicht mehr oktroyiert, sondern die Bevölkerung wird selbst anfangen diese eigene Überwachung (zum Schutz des eigenen Lebens) zu fordern.
Und warum? Weil diese Maßnahmen, wie die DVS, einen Effekt haben, dass die Menschen sich schleichend an eine staatliche Überwachung gewöhnen und diese irgendwann nicht mehr hinterfragen.
Da fällt mir gerade einmal wieder eine Aussage zum Thema Freiheit der Gesellschaft ein:
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“
DjMergim
19.03.2015, 16:42
Was die fordern und bekommen sind halt zwei paar Schuhe, und das schon seit Jahren.
Wie oft wurde schon versucht die VDS einzuführen? Es ist bisher immer gescheitert, und das wird auch so bleiben, hoffe ich..
Und wenn der Schmarrn eingeführt wird dann surfe ich _nur_ noch über VPN, egal ob Handy, PlayStation oder Computer.
Aber wenn man an die ganze NSA Sache denkt kann man ja auch argumentieren das wir doch eh schon die VDS haben.. ;)
Im Endeffekt hast Du immer eine DVS, die Frage ist nur, wer freien Zugriff auf die Daten hat. Sobald etwas gespeichert ist (und wenn es nur die Provider Logs sind) sind kleine Puzzleteile da, die man zusammensuchen kann.
Die Frage ist nur, ob man es weiter erleichtern sollte dieses Puzzle zu vervollständigen. ;)
Ich hoffe ja auch, dass diesmal wieder kein Beschluss durchgesetzt wird, aber nochmal Rot-Grün und es könnte anders aussehen, denke ich.
Unlimiter
19.03.2015, 17:13
Vor allem habe ich in Erinnerung, dass sich die Grünen doch einst gegen die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen haben? Wie schnell sie ihre Meinung ändern.
Deutscher Bundestag - Recht: Linke und Grüne gegen Vorratsdatenspeicherung (http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2014/49587388_kw08_sp_vorratsdatenspeicherung/215790)
Aber gut, ihre Einstellung ist teilweise sehr eigen und man dürfte sie wegen ihrer Wünsche manchmal als "unzurechnungsfähig" ansehen:
Forderung nach Abschaffung des Paragrafen 173: Grünen-Politiker Ströbele will Inzest erlauben - Deutschland - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/politik/deutschland/er-muss-weg-gruenen-politiker-stroebele-will-inzest-paragrafen-abschaffen_aid_736743.html)
Sigmar Gabriel fordert Vorratsdatenspeicherung
Werter Herr Gabriel, sie Pfeife,, möchten sie auch mal meine Forderungen haben?
Was mich aber an der Sache am meisten stört, wir deutschen, wählen solche Kasperköppe immer wieder, heulen aber danach immer wieder rum. Es war doch wirklich klar das soetwas kommt. Das ganze wird dann noch schön geredet, dass das ganze ja zum Schutz vor sämtlichen Terrorangriffen ist.
Jana-Maria
19.03.2015, 18:06
Was erwartest du bei einer Wahlbeteiligung von nichtmal 50%.
Solange sich da nix ändert ändert sich nix...
Von daher ist es gar nicht mal so schlecht, dass die Menschen wieder anfangen auf die Straße zu gehen. Und vielleicht tragen solche Vorhaben, wie die Einführung einer DVS, ja wenigstens dazu bei, dass sich wieder mehr Menschen für die Politik interessieren und sich dagegen erheben. Aber warten wir es ab.
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