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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Superwaffe gegen Werbung: Der intelligenteste Adblocker aller Zeiten ist da



RedDevil
22.04.2017, 10:07
https://www.szenebox.org/images/_imported/2017/04/55.jpg ► Das Tool hat herkömmlichen Modellen gegenüber zwei entscheidende Vorteile und erkennt sogar gesponserte Inhalte, die bisher als unblockbar galten. Stoppt das Programm das unsägliche Wettrüsten um Online-Werbung?

Forscher der US-Universitäten Princeton und Stanford haben einen Adblocker entwickelt, der eine scheinbar unschlagbare Geheimwaffe gegen Online-Werbung ist. Dem Programm (http://randomwalker.info/publications/ad-blocking-framework-techniques.pdf) gelang es in Tests, die Anti-Adblocking-Scripts auf 50 von 50 Websites zu umgehen. Sogar Facebook-Werbungen konnte das Tool blocken, obwohl diese bisher als unblockbar galten. Sollte sich die Entwicklung durchsetzen, könnte sie das Kräfteverhältnis im Werbemarkt verschieben und dem ewigen Wettrüsten zwischen Werbeanzeigen und Adblockern endlich ein Ende setzen.

Die Software, die von Arvind Narayanan, Dillon Reisman, Jonathan Mayer und Grant Storey entwickelt wurde, unterscheidet sich von herkömmlichen Adblockern in zwei wichtigen Punkten: Erstens verfolgen die Forscher bei ihrer Entwicklung einen anderen Ansatz als bisher und betrachten den Konflikt zwischen Werbeanbietern und Adblockern als Sicherheitsproblem. Dementsprechend verwenden sie zum Blocken der Werbung ähnliche Mittel, mit denen Antivirenprogramme gegen Schadsoftware vorgehen. Um Werbung unbemerkt zu blocken, greifen die Forscher auf Verfahren zurück, die auch in sogenannten Rootkits, die bei Schadsoftware-Angriffen wichtig sind, zum Einsatz kommen.

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Im Unterschied zu bisherigen Adblocker-Technologien machen sich die Forscher außerdem die Regelungen zunutze, die vorschreiben, dass Werbung eindeutig als solche gekennzeichnet werden muss. Damit der Adblocker Werbeinhalte genauso gut identifizieren kann wie menschliche Nutzer es können, setzen die Forscher verschiedene intelligente Verfahren des maschinellen Sehens ein. Dieses Prinzip bezeichnen sie als „Perceptual Adblocking", also das Blockieren von Werbeinhalten auf der Basis des Erscheinungsbildes der Website – automatisch ausgeführt von einem Programm, das sich an der menschlichen Wahrnehmung orientiert. Das Wettrüsten zwischen Werbeanzeigen und Adblockern hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter zugespitzt. Dabei gehen die beliebtesten Adblocker wie beispielsweise Adblock Plus und uBlock Origin alle nach demselben Prinzip vor: Sie suchen nach Codes und URLs, die von gewöhnlichen Werbeanzeigen verwendet werden. Diese Daten können auch auf riesigen Open-Source-Listen von engagierten Adblock-Entwicklern nachgeschlagen werden.

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Traditionelle Adblocker suchen nach Code, der normalerweise in Werbung verwendet wird, und blockieren ihn.

Somit ist es für Werbeanbieter und Online-Herausgeber verhältnismäßig leicht, die Adblocker auszutricksen: Sie müssen einfach nur den Code ihrer Werbeanzeigen ändern. Außerdem können die Adblocker meist leicht durch Anti-Adblocker aufgespürt werden, die auf den Seiten von über 50 beliebten Anbietern zum Einsatz kommen. Zudem sind herkömmliche Werbefilter nicht in der Lage, Werbeinhalte zu identifizieren, die wie ganz normale redaktionelle Beiträge aussehen. Das ist auch der Grund, warum es Adblockern bisher nicht gelingt, die „Sponsored Posts" auf Facebook zu blockieren.

Der Perceptual Adblocker der Forscher hingegen interessiert sich nicht für den Code. Stattdessen nutzt das Programm optische Zeichenerkennung, um gezielt nach Wörtern wie „Sponsored" oder „Anzeige" zu suchen, mit denen die Werbeinhalte gekennzeichnet sein müssen. So kann das Programm auch die versteckten Anzeigen auf Facebook erkennen. Da Werbetreibende sich an die gesetzlichen Regelungen zur Werbekennzeichnung halten müssen, gehen die Forscher davon aus, dass die Konsumenten – und Adblocker – im Endeffekt die Oberhand haben werden. „Im Unterschied zu Schadsoftware wird das Verhalten von Werbetreibenden und Adblocking-Tools durch gesetzliche Vorgaben bestimmt", erklären die Forscher in ihrem Paper (http://randomwalker.info/publications/ad-blocking-framework-techniques.pdf).

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Dank dieser Kennzeichnungen funktioniert der Perceptual Adblocker.

Der Kampf zwischen Adblocking und Online-Werbern ist ein sensibler und komplizierter Themenkomplex. Es gibt gute Gründe, warum manche Nutzer auf Adblocker zurückgreifen: Das Problem des Malvertisings, der Einsatz von Tracking- und Überwachungstools und die Scripts, die die Browserleistung beeinträchtigen. Eine Studie fand kürzlich sogar heraus, dass Werbung und Scripts Webseiten bis zu 44 Prozent (http://www.ieee-security.org/TC/SPW2015/W2SP/papers/W2SP_2015_submission_32.pdf) verlangsamen können. Andererseits beziehen viele Unternehmen – dazu zählt auch VICE – einen wichtigen Teil ihrer Einnahmen aus Werbeanzeigen. Schon heute sorgt die weite Verbreitung von Adblockern für beträchtliche Einbußen bei Online-Medien. Das wiederum kann dafür sorgen, dass die Nutzer, die Adblocker verwenden, indirekt dazu beitragen, dass die Medien, die sie gerne konsumieren, weniger Inhalte produzieren können.

Der Perceptual Adblocker ist als Prototyp für Chrome verfügbar (https://chrome.google.com/webstore/detail/perceptual-ad-highlighter/mahgiflleahghaapkboihnbhdplhnchp?hl=en), der Ads allerdings nur aufzeigt, aber nicht blockiert. Diese eingeschränkte Funktionalität hat einen einfach Grund: Die Forscher selbst wollen keine Position dazu beziehen, ob es ethisch richtig ist, Adblocker zu verwenden oder nicht. Sie glauben vielmehr, dass sich die grundsätzlichen Verhältnisse zwischen Werbeanbietern, Herausgebern und Lesern verändern muss.

Quelle: Motherboard.vice.com (https://motherboard.vice.com/de/article/superwaffe-gegen-werbung-der-intelligenteste-adblocker-aller-zeiten-ist-da)

noid
22.04.2017, 10:42
Die Überschrift ist ja mal Clickbait vom Feinsten ;D
Das Ding ist aufgrund der "Ethik" ja nur theoretisch ein Adblocker.
Aber der Ansatz ist gut :D

Dunkel
22.04.2017, 13:22
Ich probier es mal aus. Mal schauen, ob es dadurch angenehmer wird.

Uranjitsu
22.04.2017, 13:29
Super, dass begrüße ich.

1stAid
22.04.2017, 13:58
Ich hab dat Dingen seit 4-5 Tagen im Facebook. Es fällt erstaunlich auf wieviel Werbung da ist. Macht bei mir einen anständigen Job.

Dunkel
22.04.2017, 15:39
Mich nervt jetzt schon, dass die Werbung auf YT nicht geblockt wird :/
Da könnte ich ja gleich wieder AdBlock anwerfen...

darkness
22.04.2017, 16:15
Gut. Dann fragen wir mal wie Online Anbieter demnächst ihre Inhalte finanzieren sollen wenn alle die Werbung blocken?


Immer diese Internet Leute die alles umsonst haben wollen! :emoji28:

- Paywall taugt nix
- Werbung taugt nix

Wenn sich das durchsetzt können wir uns von vielen Projekten verabschieden ...

Jana-Maria
22.04.2017, 16:33
In paar Jahren heulen sie alle wenn jede Seite 9,99€/Monat kostet.

Uranjitsu
22.04.2017, 19:15
Naja, es muss schon ein gewisses Gleichgewicht herrschen.

fritzi
22.04.2017, 19:55
Naja, es muss schon ein gewisses Gleichgewicht herrschen.

Wie soll das aussehen? Werbung oder Bezahlen.

RedDevil
22.04.2017, 20:31
Bei mir ist es so ! Seiten die ich mag, da lass ich alles aus ! Bei anderen, wo man 100 PopUps bekommt nicht. Darum finde ich den Text von den Entwicklern gut:
Der Perceptual Adblocker ist als Prototyp für Chrome verfügbar, der Ads allerdings nur aufzeigt, aber nicht blockiert. Diese eingeschränkte Funktionalität hat einen einfach Grund: Die Forscher selbst wollen keine Position dazu beziehen, ob es ethisch richtig ist, Adblocker zu verwenden oder nicht. Sie glauben vielmehr, dass sich die grundsätzlichen Verhältnisse zwischen Werbeanbietern, Herausgebern und Lesern verändern muss.

Uranjitsu
22.04.2017, 20:32
Wie soll das aussehen? Werbung oder Bezahlen.

Genau das wäre die Frage.

wat
22.04.2017, 20:42
Bis auf youtube und heise würde mich absolut nichts werbefinanziertes einfallen, das ich vermissen würde. Und im absoluten Notfall würde ich für die beiden Dienste sogar zahlen. Insbesondere Zeitungen sind heutzutage doch nicht mehr zu gebrauchen. Die Mietschreiberlinge, die sich noch immer "Journalisten" nennen sind der blanke Hohn für diese ehemals ehrenhafte Zunft.
Und bei Foren und Communities deaktiviere ich sowieso schon oft den Adblocker, sofern die Einblendungen nicht zu sehr stören.

fritzi
22.04.2017, 22:04
Bis auf youtube und heise würde mich absolut nichts werbefinanziertes einfallen, das ich vermissen würde.

Das sagt über deinen Horizont leider mehr aus als du wahrscheinlich wolltest.


Sein wir mal realistisch, man kann über die Presse sagen was man will aber ohne sie geht es auch nicht. Kostenlose Newsquellen (und dann auch noch ohne Werbung) sind so gut wie nicht mehr existent. Wenn man mal von ein paar Verschwörungsblogs absieht.

Private Seiten wie es sie vor 10 Jahren noch zu Hauf gab sind nicht zuletzt durch das Google Monopol so gut wie ausgestorben. Es kostet mittlerweile viel Zeit(Arbeit) und Geld bei Google überhaupt noch auf den ersten paar Seiten zu landen und wahrgenommen zu werden. Aber Du willst nichts bezahlen und Werbung willst du auch nicht. Also geben die meisten Seiten auf(wenig Besucher können echt demotivierend sein). Ein Teufelskreis.

1stAid
22.04.2017, 22:12
Werbung ist einfach zu billig und als Konsequenz zuviel.
Mein Wunschdenken wäre "gesundschrumpfen"

wat
22.04.2017, 22:50
Das sagt über deinen Horizont leider mehr aus als du wahrscheinlich wolltest.
Sein wir mal realistisch, man kann über die Presse sagen was man will aber ohne sie geht es auch nicht. Kostenlose Newsquellen (und dann auch noch ohne Werbung) sind so gut wie nicht mehr existent. Wenn man mal von ein paar Verschwörungsblogs absieht.

Ich habe viele, viele Jahre verschiedenste Presseerzeugnisse abonniert gehabt. Von der Sueddeutschen, über die taz, die ZEIT und sogar die FAZ. Ist alles nicht mehr lesbar ohne permanent seinen Brechreiz unterdrücken zu müssen. 50% sind sowieso nur Abdrucke von dpa/Reuters/afp etc. Texten und im Rest ist persönliche Meinung bzw. Agenda mit den eigentlichen journalistischen Inhalten vermengt. Propaganda pur. Friede Springer und Liz Mohn können mich genau so am Arsch lecken wie die Atlantikbrücke.

Die (IMHO) besten Nachrichten bekommt man bei dw.de und bereits genannten Agenturen, die nicht ihre eigene, persönliche Meinung aka Kommentare als journalistisch einwandfreie Texte im Sachformat ausgeben.

Uranjitsu
22.04.2017, 23:02
Ich muss wat dabei zustimmen.
Die News sind immer die selben (kommt alles in einem Topf, dann wird gezogen) und basieren nur noch auf Hetze und Propaganda.
Wann hat man mal zuletzt schöne Nachrichten gelesen? Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern. Es ist nur noch alles negativ.
Aber das ist wieder off-topic. BTT!

Werbung ist in jedem Fall OK, aber nicht zu viel.