Mailserver Selfhosted macht nur dann Sinn, wenn Du einen reverse DNS-Eintrag setzen kannst. Das schliesst schonmal sämtliche privaten Internet Anschlüsse aus und damit auch das Synology NAS im eigenen Keller.
Setzt man diesen reverse DNS-Eintrag nicht, werden deine ausgehenden E-Mails von fast allen Mailservern als Spam markiert oder gar nicht erst zugestellt.
Das man sich dann auch ersteinmal eine Art Reputation aufbauen muss, zeigt sich vorallem darin, dass man seinen Mailserver beispielsweise bei der Telekom anmelden muss, um überhaupt an t-online.de Adressen Mails schicken zu können. Die haben da eine sehr spezielle Auffassung darüber von welchen Mailservern sie mails entgegennehmen und von welchen nicht.
Selfhosted Mails macht nur auf einem eigenen Server Sinn. Den musst du dann am besten mit einer full-disk-encryption betreiben und mittels einer dropbear Verbindung beim Start des Servers das Passwort zur Entschlüsselung der Platte eingeben.
Dann kommt noch das Thema mit RBLs, einige Anbieter halten es für richtig, deine Mails abzulehnen, nur weil sie bisher noch keine Mail von der IP deines Mailservers erhalten haben. Schickst du dann zu schnell eine erneute Mail, landest du eventuell auf einer RBL und kannst dich damit rumschlagen deine IP von dieser Liste delisted zu bekommen.
Ob sich dieser Aufwand für private Mails lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Folgende Lösung kann ich übrigens aus eigener Erfahrung empfehlen, auch wenn ich wieder weg vom Gedanken des Selfhostens gegangen bin. Aufwand-Nutzen hat sich bei mir einfach nicht gelohnt: https://github.com/mailcow/mailcow-dockerized/
Zum ProtonMail Bericht kann ich Dir nur folgenden Beitrag ans Herz legen: https://www.reddit.com/r/de/comments...guter/h7g650p/
Die Newsportale freuen sich immer wieder, wenn sie resserische News über eine vermeintliche sichere Firma veröffentlichen können. Am Ende ist da aber nicht viel dran, was für uns Endnutzer gefährlich werden könnte.
Im aktuellen Fall hat sich der Typ beispielsweise selbst Mails an seine non-protonmail Addresse geschickt. Dafür muss man also gar kein Experte sein um zu verstehen, dass die Daten von ProtonMail hier gar nichts mit der Aufklärung des Falls zutun haben. Wer soweit ist, sich von seinem "anonymen" Mailkonto Mails auf seine Primäre Mail Adresse zu schicken, ist einfach nur selten dämlich.
Den Bericht des Falls kann man übrigens hier im original nachlesen, ich wüsste nicht was ProtonMail hier falsch gemacht haben könnte: https://www.justice.gov/usao-md/pres...16926/download
ProtonMail selbst sagt dazu übrigens folgendes, wie auch schon in der Vergangenheit: https://www.reddit.com/r/ProtonMail/..._good/h7jbvy7/
Ich für meinen Teil habe keinerlei bedenken ProtonMail sowohl privat, oder auch geschäftlich zu nutzen. Wer natürlich Droh- oder Terror Mails verschickt, sollte sich vielleicht eher anderweitig umschauen und/oder psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.




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