DETTELBACH - Mit der Zahlung eines Lösegelds ist die Stadt Dettelbach (Landkreis Kitzingen) nach einem Hackerangriff auf das kommunale EDV-System der Forderung von Erpressern nachgekommen. Der Polizei gefällt das Vorgehen der Stadt überhaupt nicht.
Cyber-Kriminelle hatten die Datenbanken der unterfränkischen Kommune vor knapp vier Wochen mit dem Trojaner "TeslaCrypt" infiziert. Die Attacke auf das Computersystem am 8. Februar erfolgte nach Darstellung der Stadt Dettelbach über den Anhang einer E-Mail. Der heimtückische Virus sorgte für einen weitreichenden Ausfall des EDV-Systems mit erheblichen Datenverlusten. Für die Freigabe der blockierten Daten durch eine Entschlüsselungssoftware zahlte die Stadt schließlich ein Lösegeld von rund 490 Euro, oder auch 1,3 BitCoins, eine im Internet genutzte digitale Währung.
Diese Vorgehensweise rief auch Kritik hervor. Die Polizei rät dringend davon ab, erpresserischen Forderungen dieser Art nachzukommen. Betrügern dürfe nicht nachgegeben werden. Die Polizei empfiehlt, bei Cyber-Angriffen unbedingt Anzeige zu erstatten. Im Fall von Dettelbach wird wegen Erpressung ermittelt.
Auch in der Region häufen sich derweil Attacken mit dem Trojaner "Locky". Opfer wurden unter anderem die Bezirkskliniken Ansbach und das Fraunhofer-Institut in Bayreuth.
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