Es ist wirklich zum Lachen, dass diese Forscher eine eigene empirische Studie gestartet haben, obwohl man dem Ganzen täglich begegnen kann. Denn dieses Problem ist ja nicht nur auf das Web beschränkt, sondern findet sich bei uns unter anderem im Verkehr wieder. Die Bahn ist dafür das beste Beispiel. Hat ein Zug eine zeitliche Verspätung oder fährt von einem anderen Bahnsteig ab, so wird im 2-Minuten Takt angekündigt, dass es zu einer Verspätung kommt und er von einem anderen Gleiß abfährt. Problem hierbei: Je mehr Meldungen bei der Person ankommt, desto schwieriger ist es für sie die wichtigen Informationen rauszufiltern und je häufiger dieselbe Meldung gesprochen wird, desto genervter (in manchen Fällen sogar verärgerter) wird eine Person. Übermäßige Warnungen die hilfreich sein sollten, es aber teilweise nicht sind oder die Person mit derselben Info überhäufen, führen also zu erhöhten Aggressionen oder Langweile. Um diese Emotionen zu bekämpfen beginnt man damit die Hinweise zu ignorieren.

Übrigens kann man Syls und meinen Text unter den Begriff der "Desensibilisierung" zusammenfassen. Laut Definition gilt: "Reaktionsverminderung durch bekannte Reize".

Und was man gegen das Problem machen kann (im Bereich der Warnungen/Pop-Ups im Web)? Es wäre schon einmal ein guter Anfang genauere Meldungen zu erhalten. Es bringt nichts, wenn dort steht "... möchte folgenden Zugriff haben [erlauben] [nicht erlauben]". Sinnvoller wäre ein 2-3 Zeiliger Text den man zusätzlich ausklappen kann, in dem steht welcher Vorgang als nächstes erfolgt und für was hier die Erlaubnis benötigt wird. Nur wird es wohl auch ignoriert werden, denn viele sind mittlerweile nicht einmal mehr bereit wichtige Informationen durchzulesen.