Ich kenne ein paar Leute, deren groesstes "Vebrechen" es wohl war, mal einen ueber den Durst getrunken zu haben und dann eine peinliche SMS geschrieben zu haben, die noch nie selbst etwas raubkopiert haben, geschweige denn wissen wie so etwas funktioniert. Mal abgesehen von mir, haben sie wohl dazu auch keinen Bezug. Finde ich persoenlich sehr langweilig, aber auch interessant, weil diese Leute einen komplett anderen Bezug zum Leben haben als ich und ich quasi als "Bad Boy" agieren kann und mir so zumindest eine Rolle ergattert habe. (Die laufen nichtmal bei Rot ueber die Ampel...)
Dann wiederum andere, die vielleicht Jugendsuenden mit Weed gemacht haben, heute aber auch davon abschwoeren und wohl auch sonst eine recht "weisse Weste" haben.
So gibt es aber auch den Hauptkern meiner sozialen Beziehungen, die wohl taeglich irgendeine Straftat begehen.

Es ist klar, dass es in einer Gesellschaft wie unserer Regeln geben muss, denn jeder braucht etwas woran er sich halten kann und im Not so etwas wie Gerechtigkeit empfindet, weil sich eben alle daran halten. Ich denke, dass eine Anarchie nur ein idealisiertes Bild ist, dass wohl auch nur mit ungeschriebenen Gesetzen funktionieren wuerde (ala 10 Gebote at least). Wir lernen natuerlich von klein auf, dass wir Regeln brauchen, so faengt das schon mit dem in's Bett gehen an und endet dann wohl spaetestens in der Schule. Irgendwo auf diesem Weg, sehen wir wohl auch ein, dass es funktioniert, wenn sich alle daran halten. Ob man hier dann von antrainierter Gehoerigkeit redet oder von der einzig sinnvollen Art in einer Gesellschaft zu leben ist wohl eine philosophische Frage.

Ich denke es gibt einen grossen Unterschied, ob man bewusst eine Straftat begeht oder sich dessen nicht bewusst ist, oft ist mangelnde Kenntnis von Rechten wohl ein Grund um ueberhaupt Straftaten zu begehen, wobei es hier natuerlich immer heisst "Unwissenheit schuetzt vor Strafe nicht". Dann gibt es wieder andere die knallhart kalkulieren, ob sich eine Straftat zu dem gegebenen Strafmass lohnen wuerde oder nicht. Ich denke hier faengt sich an die Spreu vom Weizen zu trennen und unterscheidet die Kriminellen von dem Gelegenheitsverbrecher. Fuer so ein Kalkuel braucht man eine Menge krimineller Energie und es wird wohl immer solche Menschen geben, die bewusst Straftaten fuer den eigenen Vorteil begehen oder gerade im Internetbereich, denken, dass sie im Schutze der Anonymitaet und mit genug technischem Wissen versiert sind um sich nicht erwischen zu lassen. Hier beginnt dann das Katz- und Mausspiel mit der lieben Polizei. Aber natuerlich sind das genauso Strafbestaende, die unsere Gesellschaft geregelt hat und das nicht ohne Grund.

tl;dr: Rules are made by rulers, accept or ignore - you decide