Die Frage ist doch immer, wie lange, vor allem dort, wo Verkehrs- oder einfacher die Verbindungsdaten mit Deinen echten Personendaten verknüpft werden können. Es geht ja nicht nur darum, Dir direkt ein Verbrechen nachzuweisen, im Prinzip gibt es Provider, die nach einigen Tagen schon Deine Personendaten nicht mehr mit Deiner IP verknüpfen können (sie MÜSSEN sie sogar löschen, wenn sie nicht mehr zur technischen Abwicklung der Verbindung gebraucht werden), es geht ja auch um statistische Methoden und Korrelation bei der Strafverfolgung.
Das kann man analog zur Rasterfahndung in den 70ern betrachten, als die RAF noch der Angstgegner des deutschen Bürgertums war. Stell' Dir vor, sie können sehen, daß Du in den letzten 6 Monaten 4 Male im Kino warst und 3 Male war auch jemand, der als unsagbar böse eingestuft war, im selben Film. Die EC-Karten-Transaktion kam in zwei Fällen von derselben Kasse und zeitlich ziemlich nah beieinander ... richtig, da könnte man auf den Gedanken kommen, daß Du MIT diesen Personen dort warst ... den Rest kannst Du Dir denken.
Je mehr Daten anfallen, desto mehr Korrelationen kann man "sehen" und je nach Interpretation landest Du plötzlich auf Blacklists, z.B. für Flüge in die USA, das ist heute schon Realität oder man hämmert morgens um 7 an Deine Tür und krempelt Deine Wohnung um, obwohl Du mit Deinem Liebchen noch kuscheln wolltest.
Wir werden u.U. bei Vorratsdatenspeicherung auch mehr Verurteilungen Unschuldiger sehen, die z.B. als Vicsock mißbraucht wurden. Nach einem halben Jahr ist es sehr schwierig bis unmöglich, noch Indizien für eine Infektion des Rechners zu finden ... soll heißen: das Internet an sich wird für technisch weniger kundige, gesetzestreue Bürger u.U. zu einer existenzbedrohenden Angelegenheit.
Was sie in Serverlogs sehen können, ist beinahe uninteressant, solange sie alles, was sie an Daten abgreifen können, nicht mit Deiner Person verbinden können.
Cannonau





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